Wie ich zum Flatcoated Retriever kam

 

Aufgewachsen bin ich wie viele andre auch mit den verschiedensten Tieren. Wir hatten immer wieder mal ein Meerschweinchen, Zwergkaninchen oder auch schon mal Wellensittiche. Was aber lange Zeit nicht in unserer Familie lebte war ein Hund. Obwohl ich Hunde immer gern mochte, kam es einfach damals nicht in Frage. Na gut, man hat ja schliesslich noch einen Onkel mit einem Bauernhof und da gab’s natürlich auch den einen oder anderen Hund. Erinnern kann ich mich nur noch an Wanda, eine Bernersennen-Schäferhündin. Irgendeinmal in ihrem Leben hatte sie sogar mal Welpen. Aber leider durften wir von diesem Wurf keines für uns behalten. Wanda war, wie es früher oft gab, ein Dorfhund, der auch schon mal alleine loszog, Katzen jagte und sicher auch das eine oder andere Wild. Einmal spielten wir Kinder draussen, es war Winter und hatte geschneit. Damals lag noch Meterhoch Schnee und der Schneepflug schob alles zu hohen Hügeln zusammen. Wir bauten uns ein Iglu und waren sehr beschäftigt, als Wanda plötzlich mit einem Kaninchen im Maul ankam. Sie hatte beim Nachbarn unbemerkt den Stall geöffnet und sich eines geschnappt. Zum Glück lebte das Karnickel noch und wir konnten es unbeschadet wieder zurückbringen.
 

Wanda mit einem von ihren Welpen - Oktober 1983    


Und dann kam Arco, ein Kleiner Münsterländer zu uns. Nur er "gehörte" meiner Schwester und mein Vater nahm ihn mit auf die Jagd. Und ich hatte immer noch keinen Hund :-) Der Wunsch nach einem eigenen Hund wurde mir erst erfüllt, als wir in das Bauernhaus meiner Grossmutter umzogen. Meine Lieblingsrasse damals war der Golden Retriever. Ich sammelte alles über diese Rasse und war auch total fasziniert davon. Solange bis meine Schwester eines Tages von einem Reitturnier heimkam und sagte:" Guck Dir mal den Flatcoated Retriever an. Ich hab diesen Hund heute gesehen und er würde doch auch gut zu Dir passen!" Gesagt getan und so zog an Pfingsten 1993 mein Azari ein.

Während der ersten Jahre sagte ich oft:" Nie wieder ein Flat! Der nächste Hund wird ein ruhiger Goldi sein." Azari forderte mich extrem und seine Erziehung war nicht sehr einfach. Aber zweitens kommt es immer anders als man erstens denkt und darum: Sag niemals nie!! Heute bin ich bereits beim dritten Flat und weitere werden mit Sicherheit noch folgen...

Irgendwann mal kam dann der Wunsch nach einem zweiten Hund. Azari war damals ca. 6 Jahre alt und ich wollte einen zweiten im Agility nachnehmen. Ich wollte mich schon auf die grosse Suche nach einem guten Züchter machen, als ich Sabine in einem Hundeforum kennen lernte. Nach einigen Mails stellte sich heraus, dass sie ganz in meiner Nähe wohnt und eine kleine Hobbyzucht hat. Wir trafen und zu einem ersten Kennenlernspaziergang. Weitere gemeinsame Spaziergänge folgten und als sie Ronda von England holte, wusste ich: ja, das wird die Mutter meines zweiten Hundes sein. Mit grossem Interesse verfolgte ich Ronda's Entwicklung und war überglücklich, als sie die Zuchtbewilligung kriegt. Nun hiess es abwarten bis Ronda läufig wird um dann nach Holland zu fahren und sie mit Bruce decken zu lassen. Das erlösende SMS kam, als ich mit dem Geschäft auf dem Skitag war. Juhuu!! Ronda ist läufig. So fuhren wir dann zu dritt mit der läufigen Ronda nach Holland. Am 11. April 2001 kamen 9 kleinen schwarzen Welpen auf die Welt. Sechs Hündinnen und drei Rüden. Und neun Wochen später zog Jaya ein....

Azari und Jaya - Juni 2001

Leider verliess uns Azari nach drei gemeinsamen Jahren mit Jaya. In der ersten Zeit dachte ich überhaupt nicht an einen weiteren Hund. Die Trauer um Azari war zu gross und Jaya und ich verstanden uns praktisch ohne Worte. Spaziergänge mit ihr waren ein Traum, ein eingespieltes Team halt. Irgendwann merkte ich dann, dass ich bereit bin für einen weiteren Hund, der unser Leben wieder durcheinander bringen kann. Mir war von Anfang an klar, dass ich mich nach einem Züchter im Ausland umschauen werde, da Sabine keine weiteren Würfe mehr plante. Zuerst fragte ich beim Besitzer von Jaya's Vater nach, ob er grad einen Wurf hätte oder plane. Leider nein. Und so setzte ich mich an den PC und machte mich auf den Weg durchs Internet. Nach vielen Homepagebesuchen kam ich schlussendlich auf die Seite von Sibylle und Dirk. Unter Wurfplanung war dann auch eine Ankündigung zu finden und so schrieb ich gleich eine Email. Nach weiteren Emails bekam ich dann "meine" Antwort: Wenn's genügend Welpen hat, ja! Leider ging ich leer aus. Momo hatte nur drei Welpen geboren. Aber Sibylle hatte die Absicht ihre Hündin Birdie decken zu lassen. Okey, ich kam wieder auf die Warteliste und wurde nicht enttäuscht. Am 22. Januar 2005 kam Jnine mit 9 weiteren Geschwistern auf die Welt (4 Rüden und 6 Hündinnen). Als La Puppette ca. 5 Wochen alt war, nahm ich die 4 Stunden Autofahrt auf mich um mich persönlich mal vorzustellen und natürlich um die Kleinen anzugucken. Ich muss wohl einen positiven Eindruck hinterlassen haben :-)) Denn ich bekam einen Welpen. So fuhr ich an Ostern nochmals nach Eimsheim und meinen kleinen Wirbelwind abzuholen.

18. Oktober 2006 - to be continued